Ortstermin in der Franz-Carl-Achard-Grundschule bringt neue Erkenntnisse

Ortsbegehung und abschließender Prüfbericht wecken Hoffnungen auf schnelle Rückkehr zum alten Schulstandort

Eine Begehung der Franz-Carl-Achard-Grundschule mit Baustadtrat Stephan Richter (SPD) bringt überraschend völlig neue Erkenntnisse

Rundgang durch die Franz-Carl-Achard-Grundschule
Rundgang durch die Franz-Carl-Achard-Grundschule

Bei einer Begehung des historischen Schulgebäudes mit Baustadtrat Stephan Richter (SPD) und dem Heimatverein Marzahn-Hellersdorf e.V. sowie zahlreichen Bausachverständigen am Dienstag, den 05.01.2016 wurde der Prüfbericht des Prüfingeniuers Dipl.Ing. Ulrich Leppin, Potsdam, vom 16.12.2015 (Eingang Bezirksamt: 22.05.2015) vorgestellt.

 

 

Überraschendes Ergebnis: die Wiederinbetriebnahme des Schulgebäudes wäre nach einer Durchführung von wenigen Instandsetzungsmaßnahmen bei vergleichsweise geringem finanziellen Aufwand (Richter: "Deutlich weniger als die Abrisskosten") und bei einer kurzen Sanierungszeit von ca. 2 bis 3 Monaten möglich. 

 

Damit könnten die Schülerinnen und Schüler spätestens bis zu den Sommerferien 2016 an den Standort Adolfstraße zurückkehren! 

 

Der Prüfbericht kann für die einzelnen Gebäudeteile wie folgt zusammengefasst werden:

Schule/Hauptgebäude:  

Besichtigung der Dachkonstruktion: Die maroden Balken des Nordflügels
Besichtigung der Dachkonstruktion: Die maroden Balken des Nordflügels

Im Schuldach des Südflügels konnten keinerlei Holzschäden festgestellt werden. Die darunter liegenden Schulräume können ohne Sicherheitsbedenken genutzt werden.

 

Auch im Nordflügel sind die Schäden geringer als bisher angenommen: Hier konnte der Befall mit Hausschwamm nur über einem Unterrichtsraum diagnostiziert werden sowie ein sanierungsfähiger Schaden durch „Desktruktionsfäule“  an einem dachstielragenden Balken in einem Teilbereich des Flurs..Die vorhandenen Holzschäden sind dem Prüfbericht zufolge Altschäden, welche sich seit Beginn der 2000er Jahre nicht mehr verschlechtert haben.

Turnhalle:

marode Dachkonstruktion der Turnhalle
marode Dachkonstruktion der Turnhalle

Die Turnhalle scheint dagegen abgerissen werden zu müssen, da das Tragwerk nicht mit vertretbarem Aufwand saniert werden kann. Wichtig ist, dass am Gebäudeübergang von der Turnhalle zum Hauptgebäude kein Schwammbefall festgestellt wurde.  

 

Nach einem Abriss der Turnhalle könnte auf der freiwerdenden Fläche ein Ersatzbau mit acht Klassenräumen errichtet werden. Damit wird den Anforderungen des Musterraumprogramms Rechnung getragen sowie eine Kapazitätserweiterung der Schule ermöglicht, die angesichts des zu erwartenden Anstiegs der Schülerzahlen auf 3-Zügigkeit ausgelegt werden soll (aktuell: 2,1-Zügigkeit).

 

 

Die Abrissvariante mit anschließender Stellung eines Modularen Ergänzungsbaus (= MEB) bietet diese Kapazitätserweiterung nicht: der MEB ist nur für 360 Schüler ausgelegt - genau so viele Schüler, wie momentan in die Achard-Grundschule gehen.

Fazit des Prüfberichts:

Aus dem Prüfbericht kann somit das Fazit gezogen werden, dass das Hauptgebäude mit überschaubarem Sanierungsaufwand wieder in Betrieb genommen werden kann und keineswegs abgerissen werden muss. Der bauliche Aufwand von Verstärkungsmaßnahmen an geschädigten Balken im Nordflügel hält sich dem Prüfbericht  zufolge in Grenzen. Laut Einschätzung von Baustadtrat Richter müssten lediglich ein bis zwei Balken im Nordflügel ausgetauscht sowie überschaubare Sanierungsarbeiten vorgenommen werden wie Abstützungen bzw. die Sicherung der Fluchtwege, z.B. durch Verkofferung.

Baustadtrat Stephan Richter (r.) im Gespräch mit den Bau-Sachverständigen Friedrich Nostitz (m.) und Erhard Würker (l.)
Baustadtrat Stephan Richter (r.) im Gespräch mit den Bau-Sachverständigen Friedrich Nostitz (m.) und Erhard Würker (l.)

Nach übereinstimmenden Einschätzungen von Baustadtrat Richter und den anwesenden Bausachverständigen würden die notwendigen Instandsetzungsarbeiten voraussichtlich 2 bis 3 Monate in Anspruch nehmen und finanziell nur mit einem Bruchteil allein der kalkulierten Abrisskosten zu Buche schlagen. Für solche Instandhaltungsmaßnahmen sind auch keine längeren  Planungsphasen notwendig.

 

Sollten die Arbeiten umgehend in Angriff genommen werden, könnten die Schulkinder sogar bereits nach den Osterferien 2016 wieder in Kaulsdorf zur Schule gehen!

Greifbare Lösung bietet Vorteile für alle Beteiligten: 

Die Variante Instandsetzung und Wiederinbetriebnahme mit anschließender Sanierung und Erweiterung erscheint als eine Lösung, bei der alle nur gewinnen können:

  • Die zentrale Elternforderung "Sofortige Wiederbeschulung in Kaulsdorf" ist erfüllt!
  • Die Wiederbeschulung in Kaulsdorf ist über ein Jahr schneller und für einen Bruchteil der Kosten von Abriss und MEB möglich
  • Die enorme und unproduktive Vergeudung von Steuergeldern durch die Bustransporte hört auf.
  • Es wird Zeit gewonnen für eine gründlichere Planung weiterer Bau- und ggf. notwendiger Sanierungsmaßnahmen an der Schule.
  • Die bereits in das Gebäude getätigten Investitionen (Heizung, Blitzschutz, Branschutztüren, Dach etc.) bleiben weitgehend erhalten.
  • Die Schule wird zukunftsfähig gemacht: Schon jetzt fehlen im Bezirk über 800 Schulplätze für Erstklässler. Mit der Lösung "Ersatzbau für die Turnhalle" wird 3-Zügigkeit ermöglicht, die am Schulstandort absehbar benötigt wird.
  • Umwelt wird entlastet: Die Bustransporte verursachen CO2 und Abgase. Ein Abriss und Neubau verbraucht nach Angabe von Bauexperten bis zu drei mal mehr Energie als z.B. eine umfassende (energetische) Sanierung.
  • Das Ortsbild wird nicht zerstört
  • Ein weitgehend intakter und, denkmalwürdiger Bau aus der Gründerzeit bleibt zukünftigen Generationen erhalten. ("Die Kirche, das Rathaus und das Schulgebäude reißt man nicht ab").
  • Das Ortsbild wird nicht durch einen Bau (MEB) zerstört, der architektonisch nicht hinein passt.
  • Ein Symbol der lokalen Identität bleibt erhalten. Davon zeugen nicht zuletzt die 5000 Unterschriften für wohnortnahe Beschulung und Erhalt des Schulgebäudes binnen kürzester Zeit.
  • Die Marcana-Schule wird entlastet: Die Marcana-Schule benötigt dringend das zweite Gebäude und könnte über ein Jahr früher darauf zugreifen.

Liebe Politiker! Nun liegt es an ihnen, den Weg für diese vernünftige Lösung zu ebnen!